Der Schlossgarten in Schwetzingen

- Ein Garten voller Verführungen

Alchemie
Als »Alchemie« wird ab dem 1./2. Jahrhundert n. Chr. die »Lehre von den Verwandlungen der Stoffe« bezeichnet. Sie ist ein Zweig der »Hermetik« und im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts entwickelten sich u.a. die moderne Chemie und Pharmakologie daraus.

In der Mitte des »Französischen Gartens« - am westlichen Rand des Kreisparterres - befinden sich vier römische Gottheiten, die für die vier alchemistischen Elemente stehen. Vulcanus für das Element Feuer, Kybele für das Element Erde, Neptun für das Element Wasser und Juno für das Element Luft. Wo sich heute eine Rasenfläche zwischen den vier Gottheiten befindet, war noch im 19. Jahrhundert ein Wasserbecken über die ganze heutige Rasenfläche angebracht. Der Name »Spiegelbassin« hat sich bis heute erhalten, auch wenn die Wasserfläche verschwunden ist.

Das Element-Symbol des Wassers ist in der Kabbala sowie in der Alchemie ein Dreieck mit der Spitze nach unten. Das Element-Symbol des Feuers ist ein Dreieck mit der Spitze nach oben. Das dritte Element in der jüdischen Mystik wird als Hexagramm dargestellt. Das Hexagramm ist ein Symbol des Ausgleichs, in der griechischen Mystik ein Symbol für den Hermaphroditen und in der christlichen Mystik ein Symbol für den Messias. In der Alchemie wird das fünfte Element - die Liebe, welche die vier Elemente in einem perfekten Verhältnis miteinander ausgleicht - ebenfalls mit dem Symbol des Hexagramms dargestellt.

Die Anordnung der Elemente in den Ecken des folgenden Bildes aus dem »Musaeum Hermeticum« von 1625 entspricht der Anordnung die sich um das ehemalige »Spiegelbassin« im Schlossgarten wiederfindet. Das Bild ist so zu betrachten, dass sich unten der Osten und oben der Westen befindet, so dass die Sonnenseite (links) dem Süden und die Mondseite (rechts) dem Norden zugeordnet werden kann. 

Oben links auf dem Bild ist der Feuersalamander als Symbol des Feuers und im Schlossgarten befindet sich dort der Gott Vulcanus, römischer Gott des Feuers und der Schmiede. Unten links ist das Symbol der Erde und im Schlossgarten ist dort die Göttin Kybele, römische Natur- und Erdgottheit. Unten rechts auf dem Bild ist das Symbol des Wassers und im Schlossgarten befindet sich an dieser Stelle der Gott Neptun, dem römischen Gott des Meeres. Oben rechts wird das Symbol der Luft gezeigt und im Schlossgarten ist dort die Göttin Juno mit wehendem Kleid zu sehen: Feuer, Erde, Wasser und Luft. Diese Reihenfolge ist auch vorgegeben.


Freimaurer, Freimaurerei und freimaurerische Führungen in Schwetzingen. Der Schlossgarten in Schwetzingen ist in seiner Gesamtkonzeption einzigartig, denn er verbindet die im 18. Jahrhundert bekannten freimaurerischen Systeme in einer gleichberechtigten Weise. Wir bieten Führungen durch den Schlossgarten in Schwetzingen und Vorträge bundesweit an. Dabei handelt es sich nicht nur um klassische sondern auch um Freimaurer-Führungen und Vorträge, die größeren Wert auf die geheimen Künste legen, mit denen sich die Menschen des 18. Jahrhunderts intensiv beschäftigten. Die geheimen Künste - damit sind besonders die Alchemie, Kabbala, Numerologie, Astrologie und Hermetik gemeint - waren die Naturwissenschaften ihrer Zeit.